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Ronorp hat einen Bericht über Felix Doll herausgebracht. Das ganze Interview findest du unten. Zitiert Ronorp

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Made in Zurich: Felix Doll — Berlin Style aus Nepal

Felix Doll ist eigentlich diplomierter Modedesigner. Bevor er nach Zürich kam war seine Heimat die Modewelt von Berlin, Paris und Antwerpen. Ausgerechnet in Kathmandu, der chaotischen Hauptstadt von Nepal, packte ihn eine neue Inspiration — der Schmuck. Nun produziert er in Nepal Fair-Trade Schmuckstücke, mit einzigartigem Design.

Felix, wo liegt der Unterschied zwischen Kunst und Schmuck?
Für diese Frage gibt es keine kurze Antwort, weil das ein riesiges Feld von Ansichten ist. Kunst hat eine andere Grundrichtung als Schmuck, der per se ein Produkt darstellt. Ich sehe meine Schmuckstücke als Objekte wie auch als tragbare Kunstwerke.

Und für wen machst du diesen Schmuck?
Mein Schmuck ist für Menschen, die einzigartige, handgefertigte Gegenstände und Klarheit lieben. Meine Kundinnen und Kunden legen ihn ihrem Konsumverhalten zudem viel Wert auf Fair-Trade.

Apropos Fair-Trade. Wo wird dein Schmuck produziert?
Meine Entwürfe werden in der lokalen Schmuckindustrie Kathmandus umgesetzt. Jedes Jahr verbringe ich einen Monat in Nepal, um zusammen mit einem Team vor Ort neue Kollektionen zu entwickeln und Produktionsabläufe konstant zu optimieren. Die Produkte werden von hochqualifizierten Mitarbeitern hergestellt und entsprechen den Prinzipien des Fairen Handels. Die Schmuckstücke werden danach in Pforzheim (Deutschland) drei- bis fünflagig 24kt vergoldet. Dies gewährleistet eine lange Lebensdauer des Schmuckes. 

Ein Goldring kostet bei dir um die 240 Euro. Beim Juwelier müsste man mindestens das drei- bis vierfache zahlen.
Mein Schmuck besteht im Grunde aus Sterling Silber oder Messing und wird dann drei- bis fünffach mit beispielsweise 24kt Gold überzogen – vergoldet. Das heisst, ein Bruchteil des Ringes ist effektiv Gold. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf den Preis, da 1 Gramm 24kt Gold momentan bei knapp CHF 40 liegt.

Du hast eigentlich Fashion Design in Berlin studiert. Wie bist du zum Schmuck gekommen?
Als 17-Jähriger war ich in den Sommerferien in einem zweiwöchigen Goldschmiede-Grundkurs. Bereits damals entwickelte ich geometrische Ringe und das war noch lange vor meinem Designstudium. Zehn Jahre später lernte ich in einem Auslandsjob in Nepal den Besitzer einer Schmuckproduktion kennen. Ich war sofort wieder von der Arbeit fasziniert und Sanjaya, der Besitzer, war ganz angetan von meiner Neugier. So sass ich für 3 Monate regelmässig mit ihm zusammen und habe Entwürfe besprochen. Durch meine Designs-Ausbildung waren diese Entwürfe ziemlich aussergewöhnlich für die Handwerker. Später wurde ich von vielen Freunden und Passanten auf der Strasse auf meinen nepalesischen Schmuck angesprochen. So war die Idee der Gründugn eines Unternehmens geboren.

Dein Stil ist sehr geradlinig und minimalistisch. Was inspiriert dich?
Ich lasse mich beispielsweise von der Architektur inspirieren. So wie aktuell die drei Armreifen der Collection D «Architect Bracelets D 438», die von den drei modernistischen Architekten Louis Kahn, Adolf Loos und Tadao Ando inspiriert sind. Eine weitere grosse Inspirationsquelle ist die konkrete Kunst – daher liebe ich es, Zeit in der Bibliothek des Haus Konstruktivs zu verbringen. 

Zum Beispiel der Berlin Style, den du oft nennst? Kannst du erklären, was das ist?
Der Berlin Style geht radikal und kompromisslos seinen Weg und ist weniger kommerziell.

Eine andere Inspiration ist Kathmandu. Eine chaotische Stadt voller Farben und Gerüche. Wie fliesst das in deine Arbeit?
Kathmandu ist mir in den letzten sechs Jahren sehr ans Herz gewachsen und wurde zu einem weiteren Zuhause. Die Menschen in Nepal nehmen das Leben auf eine ruhige Art, so, wie es ist – das inspiriert mich! Der Mix aus Religionen, Menschen, Farben, Gerüchen und Geräuschen lässt mich selbst ruhiger und gelassener werden. Meine Arbeit in der Schweiz befasst sich sehr stark mit der Administration und wenig mit dem Design. In Nepal aber kann ich kreativ sein und gemeinsam mit meinen wunderbaren Produzenten neue Ideen umsetzen.  

Du versuchst abseits von der Massenproduktion zu agieren. Bei dir kann man jedoch vier verschiedene  Versionen des gleichen Anhängers kaufen. ist das nicht die Definition von Massenproduktion?
Jedes meiner Schmuckstücke wird von Hand hergestellt – aus Silberplatten ausgeschnitten, gebogen und verarbeitet. Auch die Buchstaben des Logos werden einzeln in die Schmuckstücke gestempelt, daher ist jedes «Felix Doll»-Schmuckstück ein Unikat. Zum Vergleich: Die Mehrheit der Schmuckunternehmen giesst die Produkte in grosser Auflage – als Massenproduktion. In meinem Verständnis für Massenproduktion werden solche Schmuckstücke aus günstigen Materialen hergestellt, nicht von Hand verarbeitet und bloss reduziert vergoldet. Diese Herstellungsweise zieht oftmals auch Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen mit sich.

Du willst das Konzept von Luxus neuinterpretieren. Was heisst das genau?
Mit meinem Schmuck möchte ich qualitativen Luxus bieten. In meiner Preislage redet man generell von Modeschmuck. Dieser wird aber normalerweise nicht bis zum Ende verfeinert, da dort schnelle, hohe Umsätze wichtiger sind als Langlebigkeit. In diesem Punkt unterscheide ich mich von meiner Konkurrenz: meine Stücke sind bis ins letzte Detail ausgearbeitet. Auch Nebenprodukte wie Schmuckkästchen und Briefpapier stammen aus nachhaltigen Produktionen.

Hier findest du Felix Doll:

Fidelio
Opia
Cabinet
Landesmuseum

und vom 23. bis 25. November an der Blickfang.

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DANKE für den Artikel!